Ist „konservativ“ schlecht?

Gelbwesten-Proteste

Zum Kommentar „Der brüchige Kontinent“ – siehe GrenzEcho vom 22.03.2019, Seite 2 – schreibt Joseph Meyer aus St.Vith (Klosterstraße):

In seinem Kommentar vom 22.03.2019 bezeichnet Oswald Schröder die „Gelbwesten“ in Frankreich als „stramm Konservative“, die sich gegen das „Aushängeschild der liberalen Gesinnung“, Emanuel Macron, stellen würden.

In vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) gibt es Bewegungen mit ähnlicher Einstellung wie die „Gelbwesten“, da stellt sich doch die Frage, warum das so ist?

Seit Jahrzehnten schröpft unsere politische, neo-liberale „Elite“, in allen EU-Mitgliedstaaten, die Mehrheit der Bevölkerung, Arbeiter und Angestellte, Rentner, Selbstständige und kleine und mittelständische Unternehmen, um dann die vielen abgeschöpften Millionen den Multimillionären und Milliardären auf dem Silbertablett zu überreichen. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr an irgend einen Segen durch die „unsichtbare Hand des freien Marktes“ glaubt!

Angesichts massivster Staatsverschuldung geht es auch gar nicht mehr ohne korrigierendes Eingreifen der Staaten. Denn die EU ist zu dieser Korrektur unfähig, sie war und ist, das wissen wir doch alle, ein Macht- und Ausbeutungsinstrument in der Hand der reichen „Eliten“.

„Konservativ sein“ bedeutet heute also einzustehen für den Erhalt der Solidarität im Sinne des Allgemeinwohls, für den Erhalt von Werten, welche einem Jeden die Würde als Mensch zugestehen und für eine echte Demokratie des Volkes, welche mit Volksentscheiden mögliche Exzesse eines Macron, einer Frau Merkel, oder den Russlandhass einer Kramp-Karrenbauer und eines Manfred Weber jederzeit offenlegen und politisch bestrafen kann.

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