Biogasanlage LernApprend steht in den Startlöchern

Gemeinderat

So sahen die ursprünglichen Pläne für die Biogasanlage LernApprend vor zehn Jahren aus. Nun sollen die Arbeiten zum Bau beginnen. | Foto: Archiv

Eine lange Geschichte biegt auf die Zielgerade ein: Zehn Jahre nach den ersten Planungen soll nun der Bau der Biogasanlage LernApprend in der Gewerbezone „Zur Domäne“ beginnen.

Von Petra Förster

2009 wurden die ersten Pläne geschmiedet, im Gewerbegebiet „Zur Domäne“ eine Biogasanlage zu errichten. Die Gemeinde schloss damals mit den Initiatoren einen Erbpachtvertrag für das Gelände ab. Im Laufe der Jahre wurden die Pläne zu dieser Genossenschaft, in der Landwirte ihre Gülle zu grünem Strom verarbeiten lassen können, jedoch auf Eis gelegt.

Wie Bürgermeister Daniel Franzen (FBL) am Donnerstagabend im Gemeinderat erklärte, nimmt das Projekt nun wieder Form an und sollen die Arbeiten in Kürze beginnen. Nunmehr haben die Initiatoren einen Antrag gestellt, den Erbpachtvertrag aufzulösen und stattdessen das Gelände zu kaufen.

Vor allen Dingen zur Verhandlung mit Geldgebern und im Hinblick auf die juristische Struktur der Genossenschaft würde dies den Betreibern das Leben vereinfachen. Prinzipiell erklärte der Gemeinderat sich einstimmig mit dem Verkauf einverstanden. Bevor es jedoch zu konkreten Schritten kommt, sollen – auch darüber herrscht Einstimmigkeit – in einer vereinigten Kommission mit den Betreibern noch die Details des Projektes und der Stand der Dinge besprochen werden.

Elmar Heindrichs (FDG) erinnerte daran, dass sich die Ausgangslage seit 2009 entscheidend verändert habe: „Damals suchten die Landwirte aufgrund der veränderten Gesetzgebung nach einer Möglichkeit, im Winter größere Güllemengen zu lagern. Ich gehe mal davon aus, dass mittlerweile viele eine Alternative gefunden haben.“

Heindrichs appellierte auch an die Kollegen, dass die Gemeinde ein gewisses Maß an Einfluss bewahren solle, da es bei ähnlichen Projekten oft Probleme beispielsweise durch Geruchsbelästigung gegeben habe. Bei einem Verkauf des Geländes sieht er hingegen den Einfluss schwinden.

Auch Mitglieder der anderen beiden Fraktionen im Rat sahen noch Klärungsbedarf, so Ursula Reuter-Gehlen (ZGG), deren Argumentation sich Ludwig Heinen (FBL) anschloss. „Es sollten Klauseln im Vertrag vorgesehen werden“, schlug Ursula Reuter-Gehlen vor und sah ebenfalls das Thema Geruchsbelästigung, aber auch die Problematik der Plastikabfälle.

„Wir haben hier die gleiche Sichtweise“, bestätigte Bürgermeister Daniel Franzen, dass es vor der konkreten Planung auf jeden Fall Gespräche geben werde. Hermann-Josef Pauels (FDG) nahm wegen Befangenheit nicht an der Abstimmung teil.

Die gleiche Sichtweise hatten die Ratsmitglieder hingegen nicht zur Anpassung der Landpacht. Schöffin Martha Limburg (FBL) erläuterte, dass nach einem Blick auf die Sätze der umliegenden Gemeinden die Summe der Landpacht auf 35 Euro/Morgen bzw. 140 Euro/Hektar angepasst werden sollten. Die Differenz von 5 Euro für sogenanntes Ödland soll künftig entfallen. Die letzte Anpassung der Pacht war 2016 erfolgt. Tony Brüsselmans (FDG) stellte den Antrag, die Entscheidung einige Monate zu vertagen, da die Landwirte in den letzten Monaten aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer finanzielle Einbußen bzw. Mehrausgaben zu verkraften hätten.

Fraktion FDG sieht den Zeitpunkt der Erhöhung der Landpacht als ungünstig an.

Auch Elmar Heindrichs plädierte, dass der Zeitpunkt einfach nicht günstig sei. Martha Limburg konnte diese Argumentation nicht nachvollziehen: „Daran wird sich auch in den nächsten Monaten nichts ändern. Zudem wissen wir nicht, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt“, argumentierte die Schöffin. Unterstützung erhielt sie von ihrem Fraktionskollegen Ludwig Heinen, seines Zeichens Landwirt: „Ich finde den Vorschlag vernünftig und kann auch als Landwirt damit leben.“ Der Antrag auf Vertagung wurde mehrheitlich abgelehnt, die Erhöhung schließlich bei vier Enthaltungen seitens der Fraktion FDG angenommen.

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