300 Arbeitstunden gegen brutalen Schläger gefordert

Prozess

Die drei Männer waren am Montag nicht vor Gericht erscheinen, zwei unter ihnen ließen sich durch einen Rechtsanwalt vertreten. | Foto: GE-Archiv

Als um 5 Uhr morgens die Musik auf der Kirmesveranstaltung in der Eifel abgestellt wurde, waren mehrere Gäste über das Ende der Veranstaltung so verärgert, dass sie die Fäuste fliegen ließen. Diese trafen vor allem den Betreiber des Saals und dessen Bruder.

Von Cynthia Lemaire

Seit Montag müssen sich drei Männer vor dem Eupener Strafgericht verantworten, weil sie im Juni 2016 nach dem Ende einer Kirmesfete in der Gemeinde Büllingen handgreiflich wurden. Laut Schilderungen der Staatsanwaltschaft, die das Trio wegen vorsätzlicher Körperverletzung anklagt, zettelten die Männer die Schlägerei an, als die Veranstaltung in den frühen Morgenstunden beendet wurde. Einer der drei Angeklagten soll der Anstifter gewesen sein. Vor Gericht war keiner der Beschuldigten erschienen, jedoch schickten zwei Männer einen Anwalt.

Zunächst hatte der Bruder des Saalbetreibers versucht, die Unruhestifter zu stoppen. Doch mit diesem Vorhaben scheiterte er. Der junge Mann soll von dem Hauptangeklagten, der in Simmerath wohnt, regelrecht durch den Saal geprügelt worden sein. Dies hatten mehrere Zeugen bei der Polizei ausgesagt. „Der Angeklagte fiel dabei durch sein besonders brutales Verhalten auf“, so der Staatsanwalt. Eine Zeugin habe sogar die Aussage verweigert, aus Angst vor Repressalien.

Da im Lokal weiter die Fäuste flogen, wurde der Betreiber, der sich in die Privatwohnung über dem Saal zurückgezogen hatte, alarmiert. „Als ich in den Raum kam und das Geschehen sah, wusste ich sofort, hier passiert etwas Schlimmes“, so der Mann wörtlich. Er habe beobachtet, wie einige Männer sozusagen die Szenerie abriegelten, damit niemand dazwischen gehen konnte. „Ich habe jahrelang Kampfsport betrieben und mir war sofort klar, dass die Beendigung der Schlägerei schwierig werden würde“, sagte der Saalbetreiber. Wie genau dies schließlich gelang, wurde im Rahmen der Verhandlung nicht erläutert. Die beiden Brüder trugen jedenfalls an diesem frühen Morgen Verletzungen davon und verlangen Schadenersatz. Gegen den Hauptangeklagten, der sich gleichzeitig wegen einer Schlägerei in Kelmis verantworten musste, forderte die Staatsanwaltschaft 300 Arbeitsstunden oder ersatzweise drei Jahre Haft und eine Geldbuße in Höhe von 2.400 Euro. Der zweite Angeklagte soll 200 Arbeitstunden leisten oder zwei Jahre ins Gefängnis und 1.200 Euro zahlen. Gegen den Dritten im Bunde werden zwei Jahre Haft und 1.200 Euro Strafe gefordert. Die Anwälte baten um Milde. Das Urteil ergeht am 8. April.

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