Köln gegen St. Pauli unter Druck: Es droht die Wucht des „Fußballgotts“

Fußball - 2. Bundesliga

Pauli-Stürmer Alex Meier kommt nach Köln. | Foto: dpa

Dem 1. FC Köln drohen unruhige Zeiten: Nach zuletzt zwei Niederlagen und dem Abrutschen auf Rang drei muss der Top-Favorit der 2. Bundesliga gegen den FC St. Pauli die Kurve kriegen. Sonst ziehen die Hamburger davon.

Es kommt gerade viel zusammen für den 1. FC Köln. Zwei Niederlagen nacheinander, der direkte Aufstiegsplatz ist erstmal weg – und ausgerechnet jetzt muss der Top-Favorit der 2. Bundesliga sich auch noch mit dem „Fußballgott“ herumschlagen. Alex Meier kommt am Freitagabend (18.30 Uhr) mit dem FC St. Pauli zum Spitzenspiel nach Müngersdorf, und das bedeutet: Es könnte ungemütlich werden.

„Wenn man Klasse hat, dann kann man auch ohne Spielpraxis einschlagen“, sagt Kölns Geschäftsführer Armin Veh mit einiger Ehrfurcht über Meier, „das hat er gerade gezeigt.“

Denn mit zwei Treffern hat der 36-Jährige seinen neuen alten Klub St. Pauli gerade erst zum Sieg in einem anderen Topspiel geführt, 3:2 hieß es am Ende gegen das in dieser Saison ziemlich oft unschlagbare Union Berlin. Und plötzlich ist St. Pauli Tabellenzweiter – und die hoch gehandelten Kölner sind nur noch Dritter.

Bei einer Niederlage würde der Abstand des FC, der noch das Nachholspiel in Aue ausstehen hat (27.2.), auf die direkten Aufstiegsplätze auf vier Punkte anwachsen. Im schlimmsten Fall droht gar das Abrutschen auf den sechsten Platz. Meiers Klasse ist dabei nur das eine Problem der Kölner.

In den vergangenen knapp 15 Jahren hatte er sich in Frankfurt den Beinamen „Fußballgott“ erspielt, im Winter kehrte er nun nach St. Pauli zurück und beflügelt seither die Aufstiegshoffnungen. „Einen Spieler seiner Klasse kann man nicht komplett ausschalten“, sagt Kölns Trainer Markus Anfang, „wir müssen verhindern, dass er in Abschlusssituationen kommt.“ Doch daraus ergibt sich das andere Problem. Die Mannschaft des Absteigers gilt vielen zwar als Topfavorit, sogar noch vor Spitzenreiter Hamburger SV. Auch Pauli-Trainer Markus Kauczinski sieht das so. Der FC sei eine „individuell starke und eingespielte Mannschaft, einfach ein Top-Team, wahrscheinlich das beste der Liga“.

Doch in den Duellen mit den stärksten Mannschaften konnte der FC diesem Ruf bislang nicht gerecht werden. Gegen die Top 7 der Tabelle holte Köln gerade mal einen Sieg. Drei Niederlagen und drei Unentschieden bei 11:13 Toren – das sieht nicht nach der Bilanz eines Aufsteigers aus. „Irgendwann muss es uns gelingen, solche Spiele zu gewinnen“, sagt auch Veh, „das zeichnet ein Spitzenteam aus.“

Fangen die Kölner am Freitag nicht damit an, dann dürfte es langsam ungemütlich werden, auch für Anfang. Ein wenig Mut macht vielleicht, dass der einzige Erfolg in einem der Top-Spiele auf St. Pauli gelang. Mit 5:3 gewann Köln das Hinspiel. (sid)

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