Köln stürmt Richtung Aufstieg: „Gute Antwort auf das Chaos“

2. Bundesliga

Mit dem vierten Sieg in Folge setzte sich der FC an der Tabellenspitze fest. | Foto: dpa

Unbeeindruckt von der Unruhe in der Vereinsführung siegt sich der 1. FC Köln weiter Richtung Bundesliga.

Reibung erzeugt bekanntlich Wärme. Und doch verwunderte es ein wenig, wie heiß die Mannschaft des 1. FC Köln am Samstag lief. Unbeeindruckt vom Führungschaos, das an Aschermittwoch im Rücktritt des gekränkten Klub-Präsidenten Werner Spinner kumuliert war, überrollte der Aufstiegsfavorit eine bemitleidenswerte Bielefelder Arminia mit 5:1 (2:0).

Mit dem vierten Sieg in Folge setzte sich der FC an der Tabellenspitze fest, die Bundesligarückkehr scheint nur Formsache zu sein. Von Ruhe im Umfeld kann dagegen auch nach dem großen Knall keine Rede sein. „Das sind schwierige Zeiten in Köln“, konstatierte Vizepräsident Markus Ritterbach am Sky-Mikrofon. Der 55-Jährige hatte zuvor in einem Interview öffentlich gemacht, dass die Führungskrise durch eine Sprachnachricht an ihn selbst und den zweiten Vizepräsidenten Toni Schumacher ausgelöst wurde. In dieser habe Spinner die Entlassung der Geschäftsführer Alexander Wehrle (Finanzen) und Armin Veh (Sport) oder aber von Trainer Markus Anfang gefordert. „Viele dachten, die Geschäftsführer würden einen Putsch unternehmen. Deshalb habe ich klargemacht, dass es die Nachricht gab“, betonte Ritterbach und stellte sich damit vor Veh, der mit giftigen Aussagen die Affäre an Karnevalssonntag in die Öffentlichkeit getragen hatte.

Die mit Abstand beste Figur in dieser explosiven Gemengelage gab die Mannschaft ab.

Wer auch immer recht hat: Das Bild, das die Führung hinterlässt, ist desaströs. Die mit Abstand beste Figur in dieser explosiven Gemengelage gab die Mannschaft ab. „Wir haben auf dem Platz eine gute Antwort auf das Chaos gegeben“, sagte Johannes Geis, der als Taktgeber und zweifacher Vorbereiter brillierte: „Natürlich haben wir das Ganze mitbekommen, das liest man ja. Der Trainer hat aber viel mit uns gesprochen. Das war wichtig, dass wir da intern klar sind.“

Torjäger Simon Terodde avancierte mit seinen Saisontoren 24 bis 26 (21., 69., 90.) zum Mann des Tages. Dominick Drexler (14.) und Jhon Cordoba (48.) mit seinem zehnten Tor aus den letzten 13 Partien (48.) erzielten die weiteren Kölner Treffer. (sid)

Kommentare sind geschlossen.